Koalitionsvertrag: Junge Wirtschaft bezieht Stellung (Kopie 1)

Die Wirtschaftsjunioren Baden-Württemberg beziehen Position zum schwarz-roten Koalitionsvertrag: Dabei spart der Verband junger Unternehmer und Führungskräfte nicht mit Kritik, sieht aber auch positive Ansätze.

Die künftigen Regierungsparteien CDU/CSU und SPD geben sich in ihrem Koalitionsvertrag selbstbewusst und zuversichtlich. So fordern sie in einem der erstem Punkte: „Unser Land braucht eine neue Gründerzeit“. Die Koalitionäre wollen Unternehmertum und Gründungsgeist stärken und zu mehr gesellschaftlicher Anerkennung verhelfen.„Die Wirtschaftsjunioren Baden-Württemberg begrüßen diese Zielsetzung ausdrücklich. Schließlich setzen wir uns als Verband junger Unternehmer und Führungskräfte traditionell für positive unternehmerische Rahmenbedingungen ein“,kommentiert Jochen Mulfinger, Inhaber des Ressorts „Unternehmertum“ im Landesvorstand der Wirtschaftsjunioren Baden-Württemberg, das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen in diesem Bereich.Deshalb stößt die geplante Einführung einer „Gründungszeit“ analog dem Modell der Familienpflegezeit auf Anerkennung bei den Wirtschaftsjunioren. Auch die Bestrebungen, Deutschland zum digitalen Wachstumsland „Nummer Eins“ in Europa zu formen, werden wie die geplanten Entbürokratisierungen bei Unternehmensgründungen ebenfalls positiv aufgenommen.

Dennoch: Den Wirtschaftsjunioren fehlen im Koalitionsvertrag Antworten auf drängende Fragen. „Es ist doch grotesk, wenn der Verzehr einer Currywurst im Stehen oder im Sitzen unterschiedlich zu versteuern ist. Dieser Mehrwertsteuerirrsinn steht stellvertretend für das unübersichtliche deutsche Steuerrecht“, äußert Mulfinger an dieser Stelle seinen Unmut. Im Hinblick auf die Finanzierung der Renten appelliert die junge Wirtschaft an die Große Koalition, auch ihrer Verantwortung für die junge Generation gerecht zu werden und die Politik an die Notwendigkeiten des demografischen Wandels anzupassen. Jochen Mulfinger: „Die Große Koalition muss sich daran messen lassen, ob es den Menschen und Unternehmern in Deutschland in vier Jahren besser geht. Mit den Ankündigungen im Koalitionsvertrag wurde die Latte hoch gelegt. Wir fordern daher nicht nur Lippenbekenntnisse, sondern auch konkrete Beschlüsse“.